Im Jahr 1780 wurde Heinrich Christoph Rostoski als Lehrer in Grünheide eingesetzt, einer kleinen Gemeinde in der Mark Brandenburg. Die Bedingungen, unter denen er arbeiten musste, waren alles andere als einfach. Die Gegend war abgelegen, die Böden karg und die Bewohner galten als schwierig. Rostoski, ein Kandidat der Theologie, nahm die Herausforderung dennoch an und zog in die „Grüne Heyde“, wie die Region damals genannt wurde.

Rostoski war fest entschlossen, den Kindern in Grünheide eine gute Bildung zu ermöglichen. Doch die Realität stellte ihn vor große Herausforderungen. Die Schulgebäude waren in einem desolaten Zustand, und oft musste der Unterricht in den Häusern der Kolonisten stattfinden. Die Eltern waren wenig kooperativ und schickten ihre Kinder nur unregelmäßig zur Schule. Zudem war Rostoski mit der rohen und ungebildeten Bevölkerung konfrontiert, die ihm das Leben schwer machte.

Trotz dieser widrigen Umstände zeigte Rostoski großen Mut und Durchhaltevermögen. Er setzte sich unermüdlich für die Bildung der Kinder ein und versuchte, ihnen grundlegende Kenntnisse beizubringen. In einem Brief an den König Friedrich II. beschrieb er die Grünheider als „schlimm und boshaft“ und beklagte sich über Raub und Betrug. Er schrieb: „Die Einwohner sind lauter rohe, boshafte und ohne allen Unterricht aufgewachsene Menschen. Ihr Hochmut und ihre Tücken haben gar keine Grenzen.“

Rostoski musste nicht nur gegen die Ignoranz der Eltern ankämpfen, sondern auch gegen die schlechten Lebensbedingungen. Oft fehlte es an den notwendigsten Dingen, und er musste aus eigener Tasche für Unterrichtsmaterialien aufkommen. Dennoch gab er nicht auf. Sechs Jahre lang unterrichtete er die Kinder in seiner Mietwohnung, die gleichzeitig als Schulstube diente.

Sein unermüdlicher Einsatz und seine Beschwerden an den König führten schließlich dazu, dass 1786 ein neues Schulhaus am Peetzsee im Schlangenluch gebaut wurde. Dieses Schulhaus, das als „Freischule“ bekannt wurde, war ein bedeutender Fortschritt für die Bildung in Grünheide. Es war jedoch nicht die „Alte Schule“, die heute noch in Grünheide steht. Diese wurde erst später, im Jahr 1818, nach einem Brand neu errichtet.

Die Schule in Grünheide entwickelte sich weiter. Nach dem Brand von 1816 wurde ein neues Schulhaus am Werlsee gebaut, das die Bewohner der Heide selbst finanzieren mussten. Trotz der anfänglichen Schwierigkeiten und der Armut der Bevölkerung wuchs die Bedeutung der Schule stetig. Heute erinnert die Geschichte von Heinrich Christoph Rostoski an die Anfänge der Bildung in Grünheide und den unermüdlichen Einsatz eines Lehrers, der trotz großer Widrigkeiten für das Wohl seiner Schüler kämpfte.