Die Entdeckung des Altbuchhorster Marksprudels ist eine Geschichte, die in den Wäldern und Seen von Grünheide beginnt. Es war ein regnerischer Tag im späten 19. Jahrhundert, als ein örtlicher Förster mit seinem treuen Neufundländer durch die dichten Wälder von Altbuchhorst streifte. Der Hund, der an Staupe erkrankt war, schien ungewöhnlich lebhaft und neugierig. Plötzlich stürzte er sich in eine der vielen lehmigen Pfützen, die sich nach dem Regen gebildet hatten.

Zu seiner Überraschung bemerkte der Förster in den folgenden Tagen eine deutliche Verbesserung im Gesundheitszustand seines Hundes. Die Staupe, die den Hund zuvor geplagt hatte, schien wie durch ein Wunder zu verschwinden. Diese unerwartete Genesung weckte das Interesse des Försters, und er begann, das Wasser der Pfütze genauer zu untersuchen. Er stellte fest, dass das Wasser eine ungewöhnlich hohe Konzentration an Mineralien aufwies, darunter Jod, Eisen und Mangan.

Die Nachricht von der heilenden Wirkung des Wassers verbreitete sich schnell in der Region. Bald darauf wurden weitere Untersuchungen durchgeführt, die die wertvolle Wasserqualität bestätigten. Es stellte sich heraus, dass das Wasser aus einer unterirdischen Quelle stammte, die durch die geologischen Besonderheiten der Region mit Mineralien angereichert war. Diese Quelle wurde später als Altbuchhorster Marksprudel bekannt.

Die Entdeckung des Marksprudels führte zu einer kleinen Revolution in der Region. Ein Unternehmer aus Berlin, Nikolaus Hook, erkannte das Potenzial der Quelle und gründete eine Betriebsstätte zur Verarbeitung und Abfüllung des heilenden Wassers. Schon bald wurde der Altbuchhorster Marksprudel in Flaschen abgefüllt und in die ganze Region verkauft. Die Quelle zog zahlreiche Besucher an, die auf der Suche nach Gesundheit und Wohlbefinden waren.

Ein Gradierwerk, das mit Zweigen bestückt war, wurde errichtet, um die heilende Wirkung des Wassers zu verstärken. Der angrenzende Kurpark, bewachsen mit alten Laub- und Nadelgehölzen, wurde zu einem beliebten Erholungsort. Ein runder Ausschanktempel aus Sandstein bot den Besuchern die Möglichkeit, das frische Quellwasser direkt vor Ort zu genießen.

Der Altbuchhorster Marksprudel wurde im Jahr 1937 geschlossen, weil die Wassermenge der Quelle für eine gewerbliche Nutzung nicht mehr ausreichend zur Verfügung stand. Dies lag hauptsächlich an der Erschöpfung des Grundwassers. Übermäßiges Abpumpen und möglicherweise auch klimatische Veränderungen führten dazu, dass der Grundwasserspiegel sank und die Quelle nicht mehr ausreichend Wasser nachliefern konnte. Ein weiterer entscheidender Faktor war der intensive Kalksteinabbau im nahegelegenen Rüdersdorfer Kalkwerk. Durch die Entwässerung des Kalksteinbruchs wurde der Grundwasserspiegel in der Region erheblich gesenkt, was letztlich zum Versiegen der Quelle führte.

Nach der Schließung wurde das Gelände während des Zweiten Weltkriegs von der Ufa-Filmgesellschaft genutzt. Es wurden Baracken errichtet, in denen unter anderem die Filmrollen der Front-Berichterstatter für die „Wochenschau“ entwickelt wurden. Nach dem Krieg wurden die Gebäude als Kinderheim und später als Touristenstation genutzt.

Heute ist vom Gelände des Altbuchhorster Marksprudels nur noch wenig zu erkennen. Die Gebäude wurden komplett abgerissen, und nur bei genauem Hinsehen lassen sich noch Spuren der einstigen Kuranlage entdecken. Die Geschichte des Marksprudels bleibt jedoch eine eindrucksvolle Erinnerung an die geheimnisvollen Kräfte der Natur und die heilende Wirkung des Wassers.