Klein Wall, ein Ortsteil von Grünheide (Mark), liegt idyllisch an der Löcknitz und besitzt historische Bedeutung als Gründungsort.
Im Jahr 1662 erteilte Kurfürst Friedrich Wilhelm I. seinem Bauschreiber Johann Schlundt und dem Leibschneider seiner Gemahlin, Johann Behrends, die Erlaubnis, am „Kleinen Wall“ eine Schneidemühle zu errichten. Diese Mühle war der Ausgangspunkt für die Wiederansiedlung in der „Grünen Heyde“, wie die Gegend damals genannt wurde. Die Wiederansiedlung der „Grünen Heyde“ war notwendig, weil die ursprüngliche Siedlung während des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) weitgehend zerstört wurde. Die Region war stark von den Kriegswirren betroffen, was zu einer Entvölkerung und Verwüstung führte. Die Schneidemühle diente der Holzbearbeitung und war ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.
Im Jahr 1788 wurde die Schneidemühle um eine Mahlmühle erweitert, die Getreide verarbeitete. Diese Mühlen waren zentral für die wirtschaftliche Entwicklung des Ortes. Die Bewohner von Klein Wall lebten hauptsächlich von der Landwirtschaft und der Holzbearbeitung. Die Nähe zur Löcknitz ermöglichte den Transport von Waren und trug zur wirtschaftlichen Blüte bei.
In Klein Wall gibt es eine Fischtreppe, die es Fischen ermöglicht, die Höhenunterschiede im Fluss zu überwinden. Dies ist nicht nur ökologisch wertvoll, sondern auch ein interessantes Ausflugsziel. Klein Wall ist bekannt für sein Angelparadies. Hier können Angler in idyllischer Umgebung ihrem Hobby nachgehen und die Ruhe der Natur genießen. Die Forellenzuchtanlage wurde 1989 in Betrieb genommen. Die frischen Forellen aus Klein Wall sind weit über die Region hinaus bekannt.
Die ehemalige Mühle wurde früher als Freizeit- und Bildungsstätte genutzt. In den 1950er Jahren war Klein Wall Standort für ein Kinderferienlager der Reichsbahn. Später übernahm der Stadtbezirk Prenzlauer Berg Berlin das Gelände und nutzte es ebenfalls als Ferienlager. Bis in die 2000er diente die ehemalige Mühle als Freizeit- und Bildungsstätte der Berliner Pfefferwerk Stadtkultur GmbH. Heute verfällt das Gebäude.
Die historische Bedeutung als Gründungsort ist vielen nicht bekannt – wir möchten dieses Wissen gerne mit dir bewahren. Schau doch einmal bei uns in der Heimatstube vorbei!