Grünheide, als Ortsteil von Grünheide (Mark), hat eine Geschichte, die eng mit der Entwicklung Berlins und seiner wohlhabenden Bürger verbunden ist. Der Ort war besonders bei reichen Berlinern als Urlaubsdomizil beliebt und hat sich im Laufe der Jahre zu einem begehrten Erholungsort entwickelt.
Die erste urkundliche Erwähnung von Grünheide stammt aus dem Jahr 1543, als Kurfürst Joachim II. den Namen „Grüne Heyde“ in einem Jagddokument verwendete. Die Region war damals von dichten Wäldern und zahlreichen Seen geprägt, was sie zu einem idealen Jagdgebiet machte. Nach dem Dreißigjährigen Krieg war die Gegend jedoch weitgehend entvölkert und wurde erst ab 1662 wieder besiedelt, als Friedrich Wilhelm, der Große Kurfürst, den Bau einer Schneidemühle genehmigte.
Mit der Schiffbarmachung der Löcknitz im Jahr 1873 und dem Bau der Eisenbahnstrecke Berlin-Frankfurt (Oder) 1842, die ab 1879 einen Haltepunkt in Fangschleuse hatte, erhielt Grünheide einen erheblichen Entwicklungsschub. Die verbesserte Erreichbarkeit machte den Ort für wohlhabende Berliner attraktiv, die hier ihre Sommerhäuser bauten. Die Nähe zu Berlin und die idyllische Lage an den Seen machten Grünheide zu einem beliebten Erholungsort.
Im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert erlebte Grünheide einen regelrechten Boom als Urlaubsziel für reiche Berliner. Zahlreiche Villen und Sommerhäuser entstanden entlang der Ufer des Werlsees und Peetzsees. Prominente Persönlichkeiten wie der Verleger Ernst Rowohlt und der Dramatiker Georg Kaiser verbrachten ihre Sommermonate in Grünheide. Die Anwesen dieser wohlhabenden Berliner trugen zur Entwicklung des Ortes bei und machten ihn zu einem kulturellen Zentrum.
Die Villa von Ernst Rowohlt, dem Gründer des bekannten Rowohlt-Verlags, war ein beliebter Treffpunkt für Schriftsteller und Künstler. Hier fanden zahlreiche literarische Salons und gesellschaftliche Veranstaltungen statt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Teilung Deutschlands blieb Grünheide ein beliebtes Erholungsgebiet. Die Nähe zu Berlin und die gute Anbindung durch die Regionalbahn machten den Ort weiterhin attraktiv für Tagesausflüge und längere Aufenthalte. Die Seen und Wälder bieten zahlreiche Möglichkeiten für Freizeitaktivitäten wie Schwimmen, Wandern und Bootfahren.
Übrigens, Grünheide war in den 1920er Jahren ein beliebtes Ziel für Motorbootrennen. Die Rennen auf dem Peetzsee zogen viele Zuschauer an und waren ein Highlight des gesellschaftlichen Lebens. Ein weiteres interessantes Detail ist, dass die älteste Glocke Brandenburgs aus dem 13. Jahrhundert auf dem Waldfriedhof in Grünheide hängt. Diese Glocke ist ein Zeugnis der langen Geschichte des Ortes und ein beliebtes Ziel für Besucher.
Grünheide spielte auch eine wichtige Rolle in der politischen Geschichte der DDR. Im September 1989 wurde hier das Neue Forum gegründet, eine der einflussreichsten oppositionellen Gruppen der Wendezeit. Die Gründung fand im Haus von Katja Havemann, der Witwe des bekannten DDR-Dissidenten Robert Havemann, statt. Robert Havemann selbst war ein bedeutender Chemiker und Regimekritiker, der in Grünheide lebte und hier unter Hausarrest stand. Sein Engagement für Freiheit und Menschenrechte machte ihn zu einer zentralen Figur der DDR-Opposition.
Max Degebrodt, ein bekannter Landschaftsmaler des Spätimpressionismus, lebte ebenfalls in Grünheide. Und wusstest du, dass der Erfinder des modernen Konfettis, Paul Demuth, aus Grünheide stammt? Diese schillernden Persönlichkeiten tragen zur reichen und vielfältigen Geschichte des Ortes bei.
Wir möchten deshalb die reiche Geschichte und kulturelle Bedeutung unseres Ortes bewahren. Wenn du durch Grünheide spazierst, kannst du die Geschichten der Vergangenheit spüren und die Schönheit der Natur genießen. Vielleicht machst du dann auch einen Halt bei uns in der Heimatstube?